Archiv der Kategorie: Misc

Microsoft und Nokia: Lied vom Scheitern

Vor fünf Jahren haben Microsoft und Nokia beschlossen, gemeinsam den Handymarkt neu aufzurollen. Mit den einst erfolgreichen Geräten von Nokia und der Software-Expertise von Microsoft wollte man zurück an die Weltspitze. Der Plan ist fulminant gescheitert. Heise Online fasst die Geschichte dieses Misserfolges einmal zusammen.

Es gibt allerdings zwei Aspekte, die Heise nicht explizit erwähnt: Denn nicht nur im Consumer-Bereich ist Microsoft mit Windows Phone und Windows Mobile gescheitert, sondern auch im Business-Bereich und im industriellen Bereich. Im Business-Bereich waren auf einmal iPhones die bessere Wahl, als Windows-Geräte, nicht einmal eine möglicherweise bessere Integration in die Windows-Netzwerke war noch Argument, hat Apple doch von Anfang an darauf geachtet, dass sich die iOS-Geräte gut anbinden lassen, etwa an bestehende Exchange-Infrastrukturen.

Und nachdem es im industriellen Bereich (mobile Datenerfassung, Barcode-Scanner etc.) jahrelang praktisch nichts neben Windows Mobile gegeben hatte, konnten die Unternehmen irgendwann reihenweise auf Android-Geräte umschwenken. Niemand vermisst hier die archaischen anmutenden Windows-Geräte oder möchte noch dafür programmieren. Und aktuell sieht es auch nicht danach aus, als könnte Windows 10 diese Situation ändern.

[Oder hat jemand andere Erfahrung gemacht?]

Super Mario Maker: zum 30. Geburtstag von Super Mario macht Nintendo Kindheitswünsche wahr

Ach! Was haben wir, die wir damals (als wir noch jung waren …) tagelang auf dem SNES oder Game Boy die verschiedenen Super Mario-Titel gezockt haben, uns nach dem Abspann oder auch bei besonders schwierigen Stellen im Spiel immer einen Level-Editor gewünscht! Der kleine dicke Klempner jedenfalls wurde dieser Tage gerade runde 30 Jahre alt, und zu diesem Anlass erfüllt Nintendo uns nun mit dem »Super Mario Maker« (nur für die WiiU) diesen Kindheitstraum.

Zwar kann man mit dem Mario Maker keine vorhandenen Levels aus den Original-Titeln bearbeiten, aber man kann sich nach Herzenslust mit Elementen aus unterschiedlichen Mario-Generationen austoben. Wie bei Nintendo üblich wird das ganze auch noch ein wenig spielerisch verpackt, und die einzelnen Items müssen nach und nach »freigespielt« werden. Interessant wird das Ganze vor allem auch dadurch, dass mit dem Mario Maker erstellte Levels direkt über die Anwendung geteilt, kommentiert und bewertet werden können. Wer also kein sehr geschicktes Händchen beim Levelbau hat, kann immerhin noch (hoffentlich) gut gemachte Levels von anderen durchspielen.

Mit knapp 45 EUR verlangt Nintendo das Geld für einen Vollpreis-Titel, packt aber immerhin auch ein gebundenes, fast hundert Seiten starkes Artbook dazu. Wer noch einmal 15 EUR mehr ausgeben möchte, erhält außerdem eine Retro-Mario-Amiibo-Figur dazu. Die erhält man für den gleichen Preis auch separat, man spart beim Bündle-Kauf also (leider) nichts.

Super Mario Maker
Super Mario Maker

Ars Technica hat ein paar (also dreißig) interessante Fakten zu Super Mario gesammelt. Tests gibt es u. a. auch bei Golem und bei Superlevel.

Xerox-Bug: Auch ein Lehrstück über die Tragweite von Software-Fehlern

Je nachdem, in welchem Bereich man als Software-Entwickler tätig ist, haben die eigenen Fehler, die man macht, eine unterschiedliche Tragweite. Im Automobil- oder Medizinsektor kann es dabei sogar schnell um Menschenleben gehen. Aber auch — vermeintlich — harmlose oder unscheinbare Fehler können Ausmaße annehmen, die schwer zu überschauen sind.

Der Informatiker David Kriesel hat auf dem 31. Chaos Communication Congress (31C3) über die Geschichte des Xerox Bugs referiert. Dieser Bug hat dafür gesorgt, dass eingescannte Dokumente nicht ganz dem Original entsprachen … Ein sehr unterhaltsamer und interessanter Vortrag.

Blog-Empfehlung: Source Code in TV and Films

Das Tubmlr-Blog Source Code in TV and Films sammelt Filmsequenzen, in denen Programm-Code zu sehen ist und analysiert diesen, soweit das möglich ist. Natürlich ist der größte Teil ziemlicher Schwachsinn, höchst interessant ist die Sache dennoch. Da wird wahllos JavaScript-Code aus Websites kopiert, mal der Linux-Kernel hergenommen oder einfach ein Code-Beispiele aus einem Fachbuch kopiert. Zwischendurch gibt es aber auch stimmigen Code, etwa die SQL-Abfragen in »The Girl with the Dragon Tattoo« bzw. »Verblendung«.

Via netzpolitik.org

In eigener Sache: neues tumblr-Blog zu User Interfaces

Gute User Interfaces zu erstellen, ist nicht immer einfach (und danken tut es einem auch niemand) – und dementsprechend existieren endlos viele schlechte Benutzeroberflächen. Auf einem neuen tumblr-Blog sammele ich abschreckende Beispiele. Einerseits zur Belustigung, andererseits in der Hoffnung, dass sich Entwickler die gezeigten Gräuel zu Herzen nehmen und es selbst besser machen.

Über Besucher, kritisches Feedback und Hinweise auf weitere Negativbeispiele bin ich dankbar.

stupidui.tumblr.com

Valve setzt auf Linux

Ende des vergangenen Jahres haben wir noch spekuliert, ob Valve möglicherweise bei seiner eigenentwickelten Spielekonsole, der Steam Box, auf Linux setzen könnte.

In der Zwischenzeit gibt es Gewissheit: Nicht nur ist Steam mittlerweile ganz offiziell für Linux verfügbar, Valve-Chef Gabe Newell hat mittlerweile auch bestätigt, dass die Steam Box nicht mit Windows laufen wird. Und da MacOS nicht in Frage kommt, bleibt als einzige realistische Möglichkeit nur noch Linux.

Linux bietet neben dem lizenzfreien Einsatz auch den großen Vorteil der absoluten Unabhängigkeit, was die Weiterentwicklung des Systems angeht; so gesehen also eine gute Wahl. Außerdem hätte Valve die Möglichkeit, das System weitgehend offen für Indie-Developer zu gestalten. Auf der anderen Seite bleibt die Frage offen, ob es gelingen wird, ausreichend viele Software-Titel auf Linux zu portieren und die Entwicklung neuer Titel auch für Linux schmackhaft zu machen.

Noch sind keine Release-Pläne für eine Steam Box bekannt, und man kann auch davon ausgehen, dass diese erst auf den Markt kommen wird, sobald das Software-Angebot groß genug ist. Sollte sich Linux als Sackgasse erweisen, könnte Valve möglicherweise immer noch auf Windows als Grundsystem ausweichen – oder das Projekt komplett einstampfen.

Reload: Folge 15 – Spielegeschichte der 70er- 80er- und 90er-Jahre

Das Spiele-Magazin »Reload« hat in seiner rund halbstündigen 15. Folge vom 17.01. einen Schnelldurchlauf durch die Spielegeschichte der 70er, 80er und 90er Jahre gezeigt. Angesichts der knappen Zeit ist das ganze zwar recht oberflächlich und in keinem Sinne vollständig, aber doch auf jeden Fall sehenswert.

Zu Wort kommt übrigens auch Spiegel-Journalist Christian Stöcker – der vor etwa anderthalb Jahren mit seinem Buch »Nerd Attack!« aufgefallen ist. Und das an dieser Stelle eine Leseempfehlung von uns erhalten soll.

Medienrevolution

Langsam hat es begonnen. Irgendwann hatten unsere Rechner so gute (und dabei für alle erschwingliche) Soundkarten eingebaut, dass wir am PC mindestens in CD-Qualität Musik hören konnten. Anfangs waren es noch Wave-Dateien, später die ersten MP3s, die man oft genug noch selbst von CD gerippt hat, statt sie aus dem Internet zu laden. Nach und nach kamen dann Internetradio, Napster, schnelle DSL-Anschlüsse, getauschte Videos, iTunes, irgendwann Napster mit Flatrate, WLAN und Streaming-Angebote wie Grooveshark oder Spotify und zuletzt massenweise Smartphones inklusive bezahlbarer Internet-Flatrates.

Die kabellose Smartphone- oder Tablet-Dockingstation, vielleicht noch gemischt mit AppleTV, GoogleTV oder (Samsungs) Smart TV, macht DVD-Player, Mini-Disk-Deck, Radio-Tuner und den Rest der teuren HiFi-Anlage im Wohnzimmerschrank komplett überflüssig. Streaming-Apps wie Last.FM, TuneIn Radio, Spotify, Putpat, Youtube oder The Hype Maschine liefern Inhalte ohne Ende, mit und ohne Bild, für jeden Geschmack etwas.

Da ich in den letzten Tagen etwas Freizeit hatte, habe ich tatsächlich genau das getan: Bis auf den Verstärker habe ich die komplette HiFi-Anlage entsorgt. Inhalte kommen über den internetfähigen Fernseher oder die angeschlossene Dockingstation für das iPhone. Und was will man noch mehr?

iPhone-Dock
iPhone-Dock mit Fernbedienung

Die neue Wired ist da

Seit gestern liegt die neue Ausgabe der deutschen Wired im Zeitschriftenhandel aus. Die bereits dritte Ausgabe beschäftigt sich wieder mit allerhand Themen aus der Welt von Technik und Internet, dieses Mal u. a. mit dem allgegenwärtigen Nutzer- bzw. Verhaltenstracking im World Wide Web oder dem chinesischen Social Network Weibo. Sie ist als Einzelheft oder in Kombination mit der GQ sowie als iPad-App erhältlich. Das Einzelheft kostet 3,80 EUR.

Wired 02 - 2012
Wired 02 – 2012