Archiv der Kategorie: News

Android Studio 2.0 ist fertig

Google hat die Version 2.0 der Android-Entwicklungsumgebung Android Studio fertiggestellt. Neben einem Update auf IntelliJ 15 als Basis wurde vor allem am Emulator gearbeitet, der nun mehrere Prozessorkerne nutzt und bei vorhandener CPU-Unterstützung für Virtualisierung eine ordentliche Geschwindigkeit aufweist. Außerdem gibt es eine Funktion »Instant Run«, die Änderungen am Code auf den Emulator überträgt, ohne das vollständige Anwendungspaket bauen und deployen zu müssen.

Weitere Informationen gibt es im Android-Entwickler-Blog von Google.

Microsoft kauft Xamarin und macht die Produkte (teilweise) kostenlos verfügbar

Bereits im Februar hat Microsoft bekanntgegeben, das Unternehmen hinter dem Mono-Framework, Xamarin, zu übernehmen. Auf der Entwicklerkonferenz Build vor einigen Tagen wurden die ersten wichtigen Änderungen angekündigt: Die Xamarin-Erweiterungen für Visual Studio sowie die Standalone-Entwicklungsumgebung Xamarin Studio für OS X in einer Community Edition sind ab sofort kostenlos verfügbar. Verschiedene Dienstleistungen wie die Test Cloud Services bleiben weiterhin kostenpflichtig, stehen jetzt jedoch automatisch MSDN-Abonnenten zur Verfügung.

Außerdem wurden das Mono-Framework und alle bisher proprietären Erweiterungen unter der MIT-Lizenz veröffentlicht.

Microsoft dürfte mit diesem Schritt vor allem die »eigenen« Entwickler stärken: Angesichts der weiterhin schwächelnden eigenen mobilen Software-Plattform sind iOS und Android noch immer die höher priorisierten Ziel-Plattformen bei der Entwicklung vor allem von neuen Apps. Für Entwickler ist es daher attraktiv, aus einer einzigen Entwicklungsumgebung heraus mit einheitlicher Programmiersprache und möglichst gemeinsamer Code-Basis gleich drei Plattformen bedienen zu können.

Daneben dürfte die Frage spannend sein, was die Übernahme durch Microsoft für das Mono-Framework generell und speziell unter Linux bedeutet. Immerhin scheint es nach der Veröffentlichung des .NET-Frameworks als Open Source fraglich, dauerhaft zwei Versionen der Laufzeitumgebung zu pflegen. Und unter Linux hat Mono aus verschiedenen Gründen nie eine besonders große Rolle gespielt. Dabei sind die Mono-Runtime, die Sprache C# und MonoDevelop als IDE eigentlich eine tolle Kombination.

Der Installer von Xamarin Studio unter OS X
Der Installer von Xamarin Studio unter OS X

Apple gibt Swift als Open Source frei und unterstützt Linux

Apple hat Wort gehalten und seine Programmiersprache Swift als Open Source freigegeben. Der Source Code steht auf Github zur Verfügung; eine dedizierte Projektseite mit Dokumentation und allgemeinen Informationen zu Swift gibt es unter swift.org.

Die jetzt veröffentlichte Version unterstützt erstmals auch offiziell Linux (Binaries für Ubuntu stehen zum Download bereit). Neben dem eigentlichen Compiler sind mit den Core Libraries auch eine Sammlung an Standard-Funktionalität und zudem ein Debugger enthalten. Wichtiger noch ist aber der neue Package Manager, der einerseits Abhängigkeiten von Paketen automatisch auflösen kann und andererseits als Make-Tool fungiert, was den Einsatz entsprechender Dritt-Tools überflüssig und (mittelfristig) für eine leichtere Integration in Entwicklungsumgebungen sorgen dürfte.

Bei Ray Wenderlich gibt es ein wunderbares Tutorial (auf Englisch) mit einer genauen Beschreibung der veröffentlichten Komponenten und einer ausführlichen Anleitung für die Installation und Nutzung von Swift unter Linux.

Swift hat möglicherweise das Potenzial, wenn zukünftig weitere Plattformen unterstützt werden und evtl. auch eines Tages plattformübergreifende Unterstützung für (irgend-)ein grafisches Toolkit ergänzt wird, der lange erhoffte moderne und sichere Nachfolger von C/C++ für High-Level-Applikationen zu werden. Zwar existieren mit Vala, D und anderen bereits Ansätze, die dieses Ziel verfolgen, die konnten sich bisher jedoch nicht auf breiter Front durchsetzen.

PHP 7 ist fertig

Für die einen ist PHP nur ein großer Haufen Dreck, mit dem lediglich unsichere, unwartbare und nicht-skalierende Web-Anwendungen entwickelt werden können. Andererseits treibt PHP einen großen Teil des Webs an (u. a. auch Facebook) und eignet sich bei entsprechendem Know-How (Lesetipp nebenbei: Modern PHP) eben doch für professionelle und große Software-Projekte.

Nachdem das PHP-Projekt in diesem Jahr seinen 20. Geburtstag feiern durfte und elf Jahre nach Erscheinen der letzten Major-Version (PHP 5) ist nun endlich Version 7 offiziell freigegeben. Neben einer grunderneuerten Laufzeitumgebung, die drastische Geschwindigkeitsgewinne und deutlich reduzierten Speicherverbrauch verspricht, gibt es überarbeitete Exceptions (und viele Fatal Errors, die durch Exceptions abgelöst worden sind), Type Hints für Rückgabewerte und skalare Datentypen, anonyme Klassen und insgesamt mehr als 10.000 Änderungen.

Einen offiziellen Migrationsleitfaden für den Umstieg auf die neue PHP-Version findet man hier.

FirefoxOS für Smartphones ist tot

Der Markt für mobile Betriebssysteme ist hart umkämpft, und für Neulinge ist es schwer, sich zu etablieren: Von Samsungs Tizen ist auf Smartphones nichts zu sehen, auch die großspurig angekündigten Mobilgeräte mit Ubuntu lassen auf sich warten und das Unternehmen Jolla, das auf Basis von Nokias eigentlich vielversprechendem und dann doch zugunsten von Windows aufgegebenem Meego-Expirent ihr SailfishOS entwickelt, kämpft aktuell ums Überleben. Nun hat auch die Mozilla Foundation ihren Versuch, ein neues Smartphone-System zu etablieren, offiziell für gescheitert erklärt.

In Zukunft will man zwar weitere Experimente mit FirefoxOS wagen (auf welchen Geräten, sei dahingestellt), Smartphones mit FirefoxOS werde man aber nicht mehr entwickeln und vertrieben.

Bis zuletzt hatte Mozilla es nicht geschafft, aus FirefoxOS ein stabiles und attraktives System zu machen. Brauchbare Apps gab es praktisch nicht und der AppStore war sehr bescheiden. Die wenigen (Billig-)Geräte, die mit FirefoxOS angeboten wurden, waren unattraktiv, schlecht ausgestattet und schwer zu erhalten.

Eine kurze Analyse zum Scheitern gibt es auch bei Heise Online.

Eines der letzten seiner Art: Alcatel One Touch Fire E
Eines der letzten seiner Art: Alcatel One Touch Fire E

Entwicklungsumgebung Unity: experimentelle Linux-Version veröffentlicht

Gute Nachrichten für Spiele-Entwickler: Das Unternehmen Unity Technologies arbeitet hart daran, seine Entwicklungsumgebung Unity unter Linux zur Verfügung zu stellen. Bisher werden nur Windows und MacOS unterstützt, obwohl die erstellten Spiele auch Linux lauffähig sind.

Nun ist eine erste öffentliche, experimentelle Version freigegeben worden. Offiziell wird nur Ubuntu 64bit unterstützt; auf anderen »modernen« Linux-Distributionen (hier getestet mit Linux Mint 17.1) sollte die Software aber auch funktionieren.

Unity ist eine leistungsfähige Entwicklungs- und Laufzeitumgebung für Spiele (und andere 3D-Anwendungen), die zahlreiche Ausführungsplattformen vom Web-Browser über den PC und Konsolen bis hin zu Mobiltelefonen unterstützt. Eine eingeschränkte »Personal Edition«, die in begrenztem Umfang auch kommerziell verwendet werden darf, wird kostenlos angeboten; für den professionellen Einsatz bzw. Einsatz im größeren Rahmen gibt es entsprechende Lizenzen.

Unity unter Linux Mint
Unity unter Linux Mint

Microsoft veröffentlicht Visual Studio Code für Windows, Mac und Linux

Vor ein paar Jahren wäre das undenkbar gewesen: Microsoft veröffentlicht mit »Visual Studio Code« einen erweiterten Code-Editor, der plattformübergreifend und kostenlos für Windows, MacOS und Linux zur Verfügung steht. Laut Microsoft soll sich »Visual Studio Code« vor allem dafür eignen, »modern web and cloud applications« zu entwickeln und zu debuggen. Viel mehr als ein einfacher Code-Editor mit Git-Unterstützung und integriertem Debugger ist die jetzt freigegebene Preview-Version (noch) nicht. Welche Funktionen für die Zukunft geplant sind, ist nicht klar, ein Ersatz für das »große« Visual Studio wird »Code« aber sicherlich nicht werden.

Interessant ist die Architektur der Anwendung: Sie selbst basiert auf Web-Techniken, also HTML und JavaScript / TypeScript und wird mit Hilfe der Rendering Engine Chromium dargestellt. Basis dafür ist das Framework Electron.

Visual Studio Code
Visual Studio Code unter Linux Mint

iX Developer Special »Spiele entwickeln«

Seit dieser Woche liegt ein neues Sonderheft aus der Reihe »iX Developer« an den Kiosken aus. Dieses dreht sich alles rund um die Spieleentwicklung. Neben Artikeln zu Studienangeboten und Berufseinstieg gibt werden Frameworks, Game-Engines und andere Grundlagen besprochen.

Das Heft kostet 12,90 und kann auch online im Heise Shop bestellt werden. Zu einem etwas günstigeren Preis gibt es auch eine digitale Ausgabe im PDF-Format.

iX Developer: Spiele entwickeln
iX Developer: Spiele entwickeln

Tipp: Podcast »Systemfehler«

Der Autor und Journalist Christian Grasse hat mit dem Podcast »Systemfehler« ein äußerst vielversprechendes neues Projekt gestartet. Die erste Folge thematisiert – wie sollte es auch anders sein – Herkunft und Geschichte des Begriffes »Bug« in diesem Zusammenhang:

Aber warum nennt man diese Art von Fehler eigentlich “Bug”? Was haben Insekten damit zu tun, wenn sich Programmfehler in Computersysteme einschleichen? Die erste Folge dieses Podcasts geht genau dieser Frage nach und erzählt eine Geschichte des Programmierfehlers.

Ich finde: Das ist gut gelungen und macht Spaß auf mehr. Daher: klare Empfehlung!