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Apple gibt Swift als Open Source frei und unterstützt Linux

Apple hat Wort gehalten und seine Programmiersprache Swift als Open Source freigegeben. Der Source Code steht auf Github zur Verfügung; eine dedizierte Projektseite mit Dokumentation und allgemeinen Informationen zu Swift gibt es unter swift.org.

Die jetzt veröffentlichte Version unterstützt erstmals auch offiziell Linux (Binaries für Ubuntu stehen zum Download bereit). Neben dem eigentlichen Compiler sind mit den Core Libraries auch eine Sammlung an Standard-Funktionalität und zudem ein Debugger enthalten. Wichtiger noch ist aber der neue Package Manager, der einerseits Abhängigkeiten von Paketen automatisch auflösen kann und andererseits als Make-Tool fungiert, was den Einsatz entsprechender Dritt-Tools überflüssig und (mittelfristig) für eine leichtere Integration in Entwicklungsumgebungen sorgen dürfte.

Bei Ray Wenderlich gibt es ein wunderbares Tutorial (auf Englisch) mit einer genauen Beschreibung der veröffentlichten Komponenten und einer ausführlichen Anleitung für die Installation und Nutzung von Swift unter Linux.

Swift hat möglicherweise das Potenzial, wenn zukünftig weitere Plattformen unterstützt werden und evtl. auch eines Tages plattformübergreifende Unterstützung für (irgend-)ein grafisches Toolkit ergänzt wird, der lange erhoffte moderne und sichere Nachfolger von C/C++ für High-Level-Applikationen zu werden. Zwar existieren mit Vala, D und anderen bereits Ansätze, die dieses Ziel verfolgen, die konnten sich bisher jedoch nicht auf breiter Front durchsetzen.

Ubuntu-Tablets erscheinen (angeblich) schon in diesem Jahr

Laut Canonical-Chef Mark Shuttleworth werden noch in diesem Jahr Tablets sowie Smartphones mit Ubuntu als Betriebssystem erscheinen. Auch einige wichtige Software-Anbieter wie Evernote und Grooveshark will man schon im Boot haben.

Da darf man gespannt sein; angekündigt haben Canonical und andere ja schon so einiges: Ubuntu for Android, Ubuntu for Tablets, Ubuntu for Smartphones oder auch das (an sich vielversprechende) Open-Source-Tablet mit KDE. Auf den Markt gekommen ist davon bisher: gar nichts.

Via heise.de

Humble Bundle with Android #5

Es gibt mal wieder ein neues Humble Bundle: Nach dem Pay-What-You-Want-Prinzip erhält man vier bzw. (wenn man mehr als den aktuellen Durchschnitt zahlt) sechs Spiele, die allesamt unter Windows, MacOS, Linux und Android laufen sowie bis zu fünf Soundtracks. Wer mindestens einen Dollar bezahlt, erhält außerdem Steam-Keys für die Spiele. Wie immer: ein tolles Angebot, das noch ca. 9 Tage lang läuft.

Valve setzt auf Linux

Ende des vergangenen Jahres haben wir noch spekuliert, ob Valve möglicherweise bei seiner eigenentwickelten Spielekonsole, der Steam Box, auf Linux setzen könnte.

In der Zwischenzeit gibt es Gewissheit: Nicht nur ist Steam mittlerweile ganz offiziell für Linux verfügbar, Valve-Chef Gabe Newell hat mittlerweile auch bestätigt, dass die Steam Box nicht mit Windows laufen wird. Und da MacOS nicht in Frage kommt, bleibt als einzige realistische Möglichkeit nur noch Linux.

Linux bietet neben dem lizenzfreien Einsatz auch den großen Vorteil der absoluten Unabhängigkeit, was die Weiterentwicklung des Systems angeht; so gesehen also eine gute Wahl. Außerdem hätte Valve die Möglichkeit, das System weitgehend offen für Indie-Developer zu gestalten. Auf der anderen Seite bleibt die Frage offen, ob es gelingen wird, ausreichend viele Software-Titel auf Linux zu portieren und die Entwicklung neuer Titel auch für Linux schmackhaft zu machen.

Noch sind keine Release-Pläne für eine Steam Box bekannt, und man kann auch davon ausgehen, dass diese erst auf den Markt kommen wird, sobald das Software-Angebot groß genug ist. Sollte sich Linux als Sackgasse erweisen, könnte Valve möglicherweise immer noch auf Windows als Grundsystem ausweichen – oder das Projekt komplett einstampfen.

Ubuntu für Tablets

Mark Shuttleworth hat noch einiges vor mit seinem Ubuntu, und schon so allerhand hat er angekündigt: UbuntuTV, Ubuntu for Android, Ubuntu for Phones und nun auch noch Ubuntu for Tablets.

Im Gegensatz zu den anderen angekündigten Produkten steht letzteres immerhin seit heute in Form eines »Developer Preview« zum Testen zur Verfügung (hier), und zwar für das Galaxy Nexus sowie das Nexus 4, das Nexus 7 und das Nexus 10.

Leider traue ich mich (noch) nicht, das Ganze einmal auf meinem Nexus 7 auszuprobieren; das ist mir doch etwas zu riskant.

Das Vorstellungsvideo allerdings sieht sehr, sehr vielversprechend aus: Ubuntu for Tablets präsentiert sich durchaus ansprechend – vor allem im Vergleich zu Android, aber auch wesentlich angenehmer als das Desktop-Ubuntu – und mit einigen netten Bedienkonzepten. Anwendungen werden anscheinend auf Qt-Basis entwickelt und besitzen damit ein ausgereiftes, mächtiges und relativ weit verbreitetes Fundament. (Interessant, dass Canonical sich auch hier von GTK abwendet – man denkt eben pragmatisch.)

Bei aller Freude über das neue System und möglicher Konkurrenz für die vorhandenen Systeme, bleibt ein großes Problem, dass Canonical lösen muss: Es müssen fertige Produkte auf den Markt kommen, d. h. Canonical muss zwingend Hardware-Partner finden, die Ubuntu auf ihrer Hardware ausliefern wollen. Das scheint bisher weder bei UbuntuTV noch bei Ubuntu for Android oder Ubuntu for Phones der Fall gewesen zu sein. Es ist zu hoffen, dass sich die Situation bei Ubuntu for Tablets anders darstellt.

Steam für Linux

Für Linux-Nutzer und -Fans dürfte die wichtigste Nachricht im zu Ende gehenden Jahr sein, dass es die Spiele-Vertriebsplattform Steam demnächst auch für Linux-Systeme geben wird. Im Moment befindet sich der Client in der offenen Beta-Phase. Ein Installationspaket für Ubuntu (das auch unter Linux Mint funktioniert) sowie eine Anleitung bekommt man im Ubuntu Wiki.

Anschließend lässt sich der Client genau so benutzen, wie man es von den bisher unterstützten Plattformen Windows und MacOS gewöhnt ist. Die Software-Auswahl ist leider noch nicht besonders groß und diverse Stabilitäts-Probleme gibt es auch noch. Das News-Portal Golem bietet hier einen kurzen Testbericht.

Dass Linux-Nutzer grundsätzlich bereit sind, für gute Software Geld zu bezahlen, beweist das Humble Bundle mit schöner Regelmäßigkeit. Dennoch dürfte die Anzahl derer, die Steam gerne unter Linux nutzen würden, relativ gering sein. Daher muss man sich fragen, warum Valve diese Portierung in Angriff nimmt.

Eine mögliche Erklärung hierfür bieten die in letzter Zeit wieder aufflammenden Gerüchte um eine eigene Steam Box, eine Spielekonsole nur für Steam. Sollte Valve tatsächlich solch eine Konsole entwickeln, könnte diese eventuell auf Linux basieren. Somit wäre Valve unabhängig von Microsoft und könnte nicht nur lizenzkostenfrei ein funktionierenden Betriebssystem als Unterbau verwenden, sondern hätte auch weitgehende Freiheiten in der weiteren Entwicklung dieses Systemkerns.
Auf der anderen Seite ist Linux als Basis nur dann eine sinnvolle Option, wenn es ausreichend Spiele gibt, die Linux unterstützen, was unzweifelhaft noch ein sehr langer Weg sein wird und somit diese Spekulationen wieder unwahrscheinlich wirken lassen.

Im kommenden Jahr werden wir sicherlich mehr erfahren.

Screenshot: Steam für Linux
Screenshot: Steam für Linux

Humble Bundle for Android #3

Es ist mal wieder so weit – und wir sind mit der zugehörigen Meldung etwas spät dran: Noch 9 Tage lang steht das Humble Bundle for Android #3 zum Kauf bereit.

Mit dabei sind dieses Mal die Spiele Fieldrunners, BIT.TRIP BEAT, SpaceChem, Uplink und, für alle, die mehr als den aktuellen durchschnittlichen Verkaufspreis zahlen, Spirits. Außerdem sind die Soundtracks enthalten.

Die übrigen Modalitäten sind wie üblich: Über den Kaufpreis darf man selbst entscheiden; die Spiele stehen nach dem Kauf neben Android auch für Linux, MacOS und Windows als DRM-freie Downloads Verfügung. Wer mehr als einen Dollar bezahlt, erhält außerdem passende Steam-Keys, die den Download und die Installation sicherlich erleichtern.

Ubuntu in The Wild

Als alten Linux-Hasen und Open-Source-Verfechter freut es mich immer wieder, entsprechende Software im kommerziellen bzw. professionellen Umfeld wieder zu entdecken. Software besteht natürlich nicht nur aus Programmen; dazu gehört auch das Artwork drumherum. Zu den Linux-Distributionen, die diesen Punkt beherzigen und versuchen, einen ganz eigenen optischen Stil herauszubilden, gehört Ubuntu, das seit einiger Zeit sogar mit einem eigens entworfenen Font daher kommt.

Und auch wenn ich den Ubuntu Font auf dem Desktop nicht wirklich mag, war ich doch angenehm überrascht, eine professionelle Werbebroschüre (eines Internet-Dienstleisters) auf meinem Schreibtisch landen zu sehen, die genau diesen Font verwendet. Und ich finde: im Druck macht er sich richtig gut.

Der Ubuntu-Font im Print
Der Ubuntu-Font im Print