Apple gibt Swift als Open Source frei und unterstützt Linux

Apple hat Wort gehalten und seine Programmiersprache Swift als Open Source freigegeben. Der Source Code steht auf Github zur Verfügung; eine dedizierte Projektseite mit Dokumentation und allgemeinen Informationen zu Swift gibt es unter swift.org.

Die jetzt veröffentlichte Version unterstützt erstmals auch offiziell Linux (Binaries für Ubuntu stehen zum Download bereit). Neben dem eigentlichen Compiler sind mit den Core Libraries auch eine Sammlung an Standard-Funktionalität und zudem ein Debugger enthalten. Wichtiger noch ist aber der neue Package Manager, der einerseits Abhängigkeiten von Paketen automatisch auflösen kann und andererseits als Make-Tool fungiert, was den Einsatz entsprechender Dritt-Tools überflüssig und (mittelfristig) für eine leichtere Integration in Entwicklungsumgebungen sorgen dürfte.

Bei Ray Wenderlich gibt es ein wunderbares Tutorial (auf Englisch) mit einer genauen Beschreibung der veröffentlichten Komponenten und einer ausführlichen Anleitung für die Installation und Nutzung von Swift unter Linux.

Swift hat möglicherweise das Potenzial, wenn zukünftig weitere Plattformen unterstützt werden und evtl. auch eines Tages plattformübergreifende Unterstützung für (irgend-)ein grafisches Toolkit ergänzt wird, der lange erhoffte moderne und sichere Nachfolger von C/C++ für High-Level-Applikationen zu werden. Zwar existieren mit Vala, D und anderen bereits Ansätze, die dieses Ziel verfolgen, die konnten sich bisher jedoch nicht auf breiter Front durchsetzen.

PHP 7 ist fertig

Für die einen ist PHP nur ein großer Haufen Dreck, mit dem lediglich unsichere, unwartbare und nicht-skalierende Web-Anwendungen entwickelt werden können. Andererseits treibt PHP einen großen Teil des Webs an (u. a. auch Facebook) und eignet sich bei entsprechendem Know-How (Lesetipp nebenbei: Modern PHP) eben doch für professionelle und große Software-Projekte.

Nachdem das PHP-Projekt in diesem Jahr seinen 20. Geburtstag feiern durfte und elf Jahre nach Erscheinen der letzten Major-Version (PHP 5) ist nun endlich Version 7 offiziell freigegeben. Neben einer grunderneuerten Laufzeitumgebung, die drastische Geschwindigkeitsgewinne und deutlich reduzierten Speicherverbrauch verspricht, gibt es überarbeitete Exceptions (und viele Fatal Errors, die durch Exceptions abgelöst worden sind), Type Hints für Rückgabewerte und skalare Datentypen, anonyme Klassen und insgesamt mehr als 10.000 Änderungen.

Einen offiziellen Migrationsleitfaden für den Umstieg auf die neue PHP-Version findet man hier.

FirefoxOS für Smartphones ist tot

Der Markt für mobile Betriebssysteme ist hart umkämpft, und für Neulinge ist es schwer, sich zu etablieren: Von Samsungs Tizen ist auf Smartphones nichts zu sehen, auch die großspurig angekündigten Mobilgeräte mit Ubuntu lassen auf sich warten und das Unternehmen Jolla, das auf Basis von Nokias eigentlich vielversprechendem und dann doch zugunsten von Windows aufgegebenem Meego-Expirent ihr SailfishOS entwickelt, kämpft aktuell ums Überleben. Nun hat auch die Mozilla Foundation ihren Versuch, ein neues Smartphone-System zu etablieren, offiziell für gescheitert erklärt.

In Zukunft will man zwar weitere Experimente mit FirefoxOS wagen (auf welchen Geräten, sei dahingestellt), Smartphones mit FirefoxOS werde man aber nicht mehr entwickeln und vertrieben.

Bis zuletzt hatte Mozilla es nicht geschafft, aus FirefoxOS ein stabiles und attraktives System zu machen. Brauchbare Apps gab es praktisch nicht und der AppStore war sehr bescheiden. Die wenigen (Billig-)Geräte, die mit FirefoxOS angeboten wurden, waren unattraktiv, schlecht ausgestattet und schwer zu erhalten.

Eine kurze Analyse zum Scheitern gibt es auch bei Heise Online.

Eines der letzten seiner Art: Alcatel One Touch Fire E
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