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Warum die mobile Website wichtiger ist als die App

Was sehen wir auf dem folgenden Screenshot? Das ist die mobile Website eines großen deutschen Nachrichtenmagazins, die der Anwender zu Gesicht bekommt, nachdem er auf seinem Smartphone irgendwo eine verlinkte Headline angeklickt hat. Die Website bewirbt gleich zweimal die verfügbare App sowie eine »mobile Ansicht«, die wohl besser lesbar sein soll.

Focus mobil
Focus mobil

Die App, natürlich, hätte für beide Seiten, also den Verlag als auch den Anwender, verschiedene Vorteile: Sie lässt sich bequem auf den Home Screen packen, ist somit schneller erreichbar und bleibt dem Nutzer durch die Sichtbarkeit auch besser im Sinn, er könnte die App vielleicht häufiger einsetzen, als wenn sich die Website des Verlages einfach hinter irgendeinem im Browser versteckten Lesezeichen versteckte.

Eine App könnte außerdem, und das würde tatsächlich jeder davon erwarten, die Inhalte zielgerichtet auf das kleine Display des Smartphones ausrichten.

Allerdings: Der Anwender ist in dieser Situation rein zufällig auf der Verlagsseite gelandet. Die Headline hat ihn interessiert, nicht das umfassende Angebot des Verlags. Der Anwender hat in diesem Moment überhaupt kein Interesse, sich in irgendeiner Form an das Verlagsangebot zu binden, und sei es auch nur durch die Installation einer gesonderten App. Schließlich ist der Anwender auch gerade unterwegs, ansonsten hätte er den Link im Desktop-Browser und nicht auf dem Mobiltelefon geöffnet, und die Installation einer App unterwegs kostet Traffic und Zeit. Dabei möchte der Anwender doch nur den Nachrichtentext vernünftig lesen können!

Stattdessen bekommt er nicht nur zweimal die Aufforderung zu sehen, er möge bitte die App installieren — geschätzt wird knapp die Hälfte des Bildschirms mit Werbung gefüllt. (Und an dieser Stelle mögen sich die Verantwortlichen einmal fragen, ob es nicht irgendwie nachvollziehbar sein könnte, dass mehr und mehr Nutzer einen Ad-Blocker installieren!) Und die Frage, ob der Inhalt vielleicht schlecht lesbar ist, klingt wie Hohn.

Wir haben das Jahr 2016 und seit mindestens fünf Jahren ist das Konzept des »Responsive Webdesign« bekannt. Zumindest technisch ist es heute überhaupt kein Problem mehr, eine Website so zu gestalten, dass sie sowohl auf mobilen Geräten als auch auf dem Desktop gut aussieht oder wenigstens vernünftig lesbar ist. Ganz ohne App und dedizierte »mobile Ansicht«.

Wer seine Websites allerdings so gestaltet wie auf dem Screenshot zu sehen, der hinterlässt den Eindruck, seine Leser / Anwender nicht ernst zu nehmen. Ob man die App installieren möchte, überlegt man da nicht einmal.

FirefoxOS für Smartphones ist tot

Der Markt für mobile Betriebssysteme ist hart umkämpft, und für Neulinge ist es schwer, sich zu etablieren: Von Samsungs Tizen ist auf Smartphones nichts zu sehen, auch die großspurig angekündigten Mobilgeräte mit Ubuntu lassen auf sich warten und das Unternehmen Jolla, das auf Basis von Nokias eigentlich vielversprechendem und dann doch zugunsten von Windows aufgegebenem Meego-Expirent ihr SailfishOS entwickelt, kämpft aktuell ums Überleben. Nun hat auch die Mozilla Foundation ihren Versuch, ein neues Smartphone-System zu etablieren, offiziell für gescheitert erklärt.

In Zukunft will man zwar weitere Experimente mit FirefoxOS wagen (auf welchen Geräten, sei dahingestellt), Smartphones mit FirefoxOS werde man aber nicht mehr entwickeln und vertrieben.

Bis zuletzt hatte Mozilla es nicht geschafft, aus FirefoxOS ein stabiles und attraktives System zu machen. Brauchbare Apps gab es praktisch nicht und der AppStore war sehr bescheiden. Die wenigen (Billig-)Geräte, die mit FirefoxOS angeboten wurden, waren unattraktiv, schlecht ausgestattet und schwer zu erhalten.

Eine kurze Analyse zum Scheitern gibt es auch bei Heise Online.

Eines der letzten seiner Art: Alcatel One Touch Fire E
Eines der letzten seiner Art: Alcatel One Touch Fire E

Ubuntu-Tablets erscheinen (angeblich) schon in diesem Jahr

Laut Canonical-Chef Mark Shuttleworth werden noch in diesem Jahr Tablets sowie Smartphones mit Ubuntu als Betriebssystem erscheinen. Auch einige wichtige Software-Anbieter wie Evernote und Grooveshark will man schon im Boot haben.

Da darf man gespannt sein; angekündigt haben Canonical und andere ja schon so einiges: Ubuntu for Android, Ubuntu for Tablets, Ubuntu for Smartphones oder auch das (an sich vielversprechende) Open-Source-Tablet mit KDE. Auf den Markt gekommen ist davon bisher: gar nichts.

Via heise.de

Eine neue IDE für die Android-Entwicklung

Wer einmal die Werkzeuge, die Google für die Android-Entwicklung bereitstellt, mit den Tools für konkurrierende Plattformen – in erster Linie ist das XCode für die iOS-Entwicklung – vergleicht, wird feststellen: Google ist hier klar im Nachteil. Die aktuelle Lösung besteht aus einem SDK mit CLI-Werkzeugen, einer Sammlung von Plugins für Eclipse sowie einem auf einer virtuellen Maschine basierenden Device-Emulator. Zwar ist ein Entwickeln damit möglich, zwischen dieser Lösung und dem angesprochenen XCode liegen in Sachen Komfort und Geschwindigkeit, kurz: dem Wohlfühl-Faktor, jedoch echte Welten. Zu langsam, zu inkonsistent, zu unübersichtlich ist die Android-Entwicklungsumgebung.

Auf seiner letzten Entwicklerkonferenz im Mai hat Google mit dem »Android Studio« nun endlich eine neue Entwicklungsumgebung angekündigt. Diese basiert auf dem bekannten IntelliJ IDEA (das bereits etwas Unterstützung für Android-Projekte enthielt), ist plattformübergreifend (Windows, Mac, Linux) verfügbar und ist vor allem: noch sehr unfertig. Aktuell befindet es sich offiziell in der Version 0.2.

Dennoch: Die Entscheidung für eine neue Basis ist richtig. Das beginnt schon damit, endlich alle benötigten Werkzeuge in einen einzigen Download zu packen und somit die Ersteinrichtung zu erleichtern.

Allerdings sieht man auch hier sofort, dass die unterschiedlichen Teile unterschiedliche Ursprünge haben. Während die eigentliche Entwicklungsumgebung etwa auf dem Swing-Framework beruht, verwenden »Android Virtual Device Manager« und »Android Device Monitor« das SWT-Toolkit. Und an der größten Schwachstelle kann auch eine aufgeräumtere IDE nichts ändern. Das ist und bleibt der ultra-langsame und fehlerträchtige Emulator.

Bis das »Android Studio« für den Entwickler-Alltag taugt und die Einzelkomponenten vernünftig integriert sind, vergeht wahrscheinlich noch mindestens ein Jahr, eher noch mehr Zeit. Bis dahin überarbeitet Google vielleicht auch den Emulator noch einmal bzw. ersetzt ihn durch ein vollständig andere Lösung. Es ist an der Zeit, den Rückstand zu XCode (und auch den Alternativen wie »Xamarin Studio«) aufzuholen.

Android Studio unter MacOS
Android Studio unter MacOS

Ubuntu für Tablets

Mark Shuttleworth hat noch einiges vor mit seinem Ubuntu, und schon so allerhand hat er angekündigt: UbuntuTV, Ubuntu for Android, Ubuntu for Phones und nun auch noch Ubuntu for Tablets.

Im Gegensatz zu den anderen angekündigten Produkten steht letzteres immerhin seit heute in Form eines »Developer Preview« zum Testen zur Verfügung (hier), und zwar für das Galaxy Nexus sowie das Nexus 4, das Nexus 7 und das Nexus 10.

Leider traue ich mich (noch) nicht, das Ganze einmal auf meinem Nexus 7 auszuprobieren; das ist mir doch etwas zu riskant.

Das Vorstellungsvideo allerdings sieht sehr, sehr vielversprechend aus: Ubuntu for Tablets präsentiert sich durchaus ansprechend – vor allem im Vergleich zu Android, aber auch wesentlich angenehmer als das Desktop-Ubuntu – und mit einigen netten Bedienkonzepten. Anwendungen werden anscheinend auf Qt-Basis entwickelt und besitzen damit ein ausgereiftes, mächtiges und relativ weit verbreitetes Fundament. (Interessant, dass Canonical sich auch hier von GTK abwendet – man denkt eben pragmatisch.)

Bei aller Freude über das neue System und möglicher Konkurrenz für die vorhandenen Systeme, bleibt ein großes Problem, dass Canonical lösen muss: Es müssen fertige Produkte auf den Markt kommen, d. h. Canonical muss zwingend Hardware-Partner finden, die Ubuntu auf ihrer Hardware ausliefern wollen. Das scheint bisher weder bei UbuntuTV noch bei Ubuntu for Android oder Ubuntu for Phones der Fall gewesen zu sein. Es ist zu hoffen, dass sich die Situation bei Ubuntu for Tablets anders darstellt.

Sencha stellt RAD-Tool für HTML5-Anwendungen vor

Kurz nach der Vorstellung einer neuen Version des WebApp-Frameworks Sencha Touch stellt Sencha nun mit Sencha Architect ein neues (plattformübergreifend verfügbares) »Rapid Application Development«-Tool vor. Das Werkzeug bietet einen visuellen Interface-Designer und einen umfangreichen Code-Editor. Es können Anwendungen für den Desktop sowie für Android und iOS erstellt werden.

An Hobby-Entwickler richtet sich Sencha Architect eher nicht: Die Preise beginnen für eine Einzel-Entwickler-Lizenz bei 399 Euro. Eine 30-Tage-Testversion steht zum Download bereit.

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Sencha Architect
Sencha Architect

Sencha Touch 2.0 veröffentlicht

Sencha hat die Version 2.0 seines (Web-)App-Frameworks Sencha Touch freigegeben. Besonderes die Geschwindigkeit will man verbessert haben. Dazu gibt es die Möglichkeit, mit den separat angebotenen Sencha SDK Tools HTML-Anwendungen in native iOS- bzw. Android-Apps zu kapseln.

Sencha Touch erlaubt die Entwicklung von Anwendungen auf Basis von JavaScript und HTML5 für die Zielplattformen iOS, Android und Blackberry OS. Es stehen sowohl Open-Source- als auch kommerzielle Lizenzen zur Verfügung.