Valve setzt auf Linux

Ende des vergangenen Jahres haben wir noch spekuliert, ob Valve möglicherweise bei seiner eigenentwickelten Spielekonsole, der Steam Box, auf Linux setzen könnte.

In der Zwischenzeit gibt es Gewissheit: Nicht nur ist Steam mittlerweile ganz offiziell für Linux verfügbar, Valve-Chef Gabe Newell hat mittlerweile auch bestätigt, dass die Steam Box nicht mit Windows laufen wird. Und da MacOS nicht in Frage kommt, bleibt als einzige realistische Möglichkeit nur noch Linux.

Linux bietet neben dem lizenzfreien Einsatz auch den großen Vorteil der absoluten Unabhängigkeit, was die Weiterentwicklung des Systems angeht; so gesehen also eine gute Wahl. Außerdem hätte Valve die Möglichkeit, das System weitgehend offen für Indie-Developer zu gestalten. Auf der anderen Seite bleibt die Frage offen, ob es gelingen wird, ausreichend viele Software-Titel auf Linux zu portieren und die Entwicklung neuer Titel auch für Linux schmackhaft zu machen.

Noch sind keine Release-Pläne für eine Steam Box bekannt, und man kann auch davon ausgehen, dass diese erst auf den Markt kommen wird, sobald das Software-Angebot groß genug ist. Sollte sich Linux als Sackgasse erweisen, könnte Valve möglicherweise immer noch auf Windows als Grundsystem ausweichen – oder das Projekt komplett einstampfen.

Ubuntu für Tablets

Mark Shuttleworth hat noch einiges vor mit seinem Ubuntu, und schon so allerhand hat er angekündigt: UbuntuTV, Ubuntu for Android, Ubuntu for Phones und nun auch noch Ubuntu for Tablets.

Im Gegensatz zu den anderen angekündigten Produkten steht letzteres immerhin seit heute in Form eines »Developer Preview« zum Testen zur Verfügung (hier), und zwar für das Galaxy Nexus sowie das Nexus 4, das Nexus 7 und das Nexus 10.

Leider traue ich mich (noch) nicht, das Ganze einmal auf meinem Nexus 7 auszuprobieren; das ist mir doch etwas zu riskant.

Das Vorstellungsvideo allerdings sieht sehr, sehr vielversprechend aus: Ubuntu for Tablets präsentiert sich durchaus ansprechend – vor allem im Vergleich zu Android, aber auch wesentlich angenehmer als das Desktop-Ubuntu – und mit einigen netten Bedienkonzepten. Anwendungen werden anscheinend auf Qt-Basis entwickelt und besitzen damit ein ausgereiftes, mächtiges und relativ weit verbreitetes Fundament. (Interessant, dass Canonical sich auch hier von GTK abwendet – man denkt eben pragmatisch.)

Bei aller Freude über das neue System und möglicher Konkurrenz für die vorhandenen Systeme, bleibt ein großes Problem, dass Canonical lösen muss: Es müssen fertige Produkte auf den Markt kommen, d. h. Canonical muss zwingend Hardware-Partner finden, die Ubuntu auf ihrer Hardware ausliefern wollen. Das scheint bisher weder bei UbuntuTV noch bei Ubuntu for Android oder Ubuntu for Phones der Fall gewesen zu sein. Es ist zu hoffen, dass sich die Situation bei Ubuntu for Tablets anders darstellt.

Reload: Folge 15 – Spielegeschichte der 70er- 80er- und 90er-Jahre

Das Spiele-Magazin »Reload« hat in seiner rund halbstündigen 15. Folge vom 17.01. einen Schnelldurchlauf durch die Spielegeschichte der 70er, 80er und 90er Jahre gezeigt. Angesichts der knappen Zeit ist das ganze zwar recht oberflächlich und in keinem Sinne vollständig, aber doch auf jeden Fall sehenswert.

Zu Wort kommt übrigens auch Spiegel-Journalist Christian Stöcker – der vor etwa anderthalb Jahren mit seinem Buch »Nerd Attack!« aufgefallen ist. Und das an dieser Stelle eine Leseempfehlung von uns erhalten soll.