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Coding Fonts

Kaum ein anderes Werkzeug ist für einen Software-Entwickler von so zentraler Bedeutung und gleichzeitig häufig so vernachlässigt wie der verwendete Coding Font. Oft genug wird einfach der voreingestellte Font verwendet, bessere Alternativen werden nicht geprüft. Dabei ist die Auswahl an guten Coding Fonts groß genug.

Die Klassiker: Courier (New) und Monaco

Courier hat seine Ursprünge bereits in den Fünfzigerjahren und findet sich spätestens seit den Achtzigern in der einen oder anderen Variante praktisch auf jedem Computer-System, anfangs als Bitmap-Font, später als bildschirmoptimierter Outline. Bei dieser Verbreitung ist es kein Wunder, dass man auch heute noch sehr häufig auf Courier stößt, obwohl – wie es Gerrit van Aaken ausdrückt – es rein ästhetisch betrachtet kaum Gründe gibt, die für den Einsatz der Courier sprechen.

Courier New
Courier New

Mac-User hatten neben der Courier schon seit ewigen Zeiten eine (bessere) Alternative: die Monaco. Das etwas eigenwillige Schriftbild ist durchaus »typisch« für den Mac und war dort für lange Zeit der Coding Font schlechthin.

Monaco
Monaco

Die neuen Standards: Consolas und Menlo

Weil sich in Sachen Font-Rendering und Display-Qualität und -Auflösung in den letzten zehn Jahren sehr viel getan hat, sind sowohl Microsoft als auch Apple mit der Zeit gegangen und statten ihre Systeme seit einigen Versionen u. a. auch mit neuen Monospace-Fonts aus, die ihre Vorgänger als Standardfonts ablösen sollen.

Unter Windows ist das Consolas, der an einigen Stellen etwas kantig wirkt; unter MacOS ist es der deutlich rundere Menlo, der auf dem weiter unten besprochenen Vera Sans Mono basiert, mit Ausnahme weniger Glyphen fast identisch ist und von Apple etwa in Xcode als neuer Default gesetzt ist.

Consolas
Consolas

Underrated Underdogs: Vera Sans Mono / DéjaVu Sans Mono

Seitdem die freie Schriftfamilie Bitstream Vera vor etwa zehn Jahren veröffentlicht worden ist, ist die nichtproportionale Variante mein absoluter Favorit, auch wenn ich den Eindruck habe, dass sie noch immer nicht sonderlich bekannt ist. Vera Sans Mono bietet ein klares und ruhiges Erscheinungsbild und ist auf die Bildschirmdarstellung optimiert. Das Derivat DéjaVu besitzt das gleiche Erscheinungsbild, aber einen größeren Zeichenvorrat. Der neue Apple-Standard-Font Menlo ist ebenfalls aus Vera Sans Mono entstanden.

DéjaVu Sans Mono
DéjaVu Sans Mono

Kostenloses vom Profi: Adobe Source Code Pro

Der Schriften-Profi Adobe bietet seit September des letzten Jahres mit Source Code Pro ebenfalls einen sehr ordentlichen und dazu kostenlosen Font an, der sich hervorragend für die Quellcode-Bearbeitung eignet.

Source Code Pro Medium
Source Code Pro Medium

Noch mehr Auswahl: Ubuntu Mono, Droid Sans Mono

Neben diesen Schriften gibt es noch einige Alternativen, von denen zumindest Ubuntu Mono und Droid Sans Mono genannt werden sollten. Die erstgenannte gehört zu denjenigen, die Canonical für sein eigenes Betriebssystem Ubuntu entwickelt hat. Der Font erinnert ebenfalls an Vera, besitzt jedoch einige Feinheiten, die sich davon abheben.

Ubuntu Mono
Ubuntu Mono

Droid Sans Mono wurde von Google für Android entworfen und ist frei verfügbar. Er bietet ebenfalls eine hervorragende Lesbarkeit am Bildschirm.

Droid Sans Mono
Droid Sans Mono

Anmerkung: Alle Abbildungen sind unter Ubuntu erstellt worden. Die Font-Darstellung kann je nach verwendetem Betriebssystem und den gesetzten Einstellungen variieren.