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IMHO: Windows 8 aus der Sicht eines Mac-Nutzers

Lukas Mathis, Software-Entwickler, UI-Designer und langjähriger Mac-Nutzer, hat einen interessanten Blog-Artikel über Windows 8 als Tablet-Betriebssystem bzw. das Surface Pro geschrieben. Zusammenfassen kann man seine Meinung mit: Das neue Modern UI ist insgesamt schon sehr gelungen, der klassische Desktop dagegen ist eher schlecht und bietet teilweise ziemlich groteske Relikte aus sehr, sehr alten Zeiten. Vor allem die Integration beider Welten vollkommen misslungen.

Das deckt sich in etwa mit der Einschätzung, die ich ich hier vor einiger Zeit abgegeben habe. Für mich bleibt – wenn man Windows 8 als Tablet-System nutzen möchte – noch immer als größter Kritikpunkt die mangelnde Software-Auswahl: Es ist erstaunlich, sich ausgerechnet bei einem Windows-System über das Fehlen von Software-Optionen beklagen zu müssen. Aber tatsächlich: Wer erst einmal ein Windows-Tablet ernsthaft zu benutzen versucht, wird schnell feststellen, dass selbst Android (von dem immer wieder behauptet wird, es gebe kaum brauchbare tablet-optimierte Anwendungen) vergleichsweise gut dasteht. Denn: zwar lassen sich klassische Desktop-Anwendungen installieren (so, dass eigentlich für ausreichend Programme gesorgt ist) und eines der Hauptargumente pro Windows 8 auf dem Tablet dürfte die Verfügbarkeit von MS Office sein; die Anpassungen an Touch-Screens ist aber dermaßen dürftig, dass kein Mensch damit länger als zwei Minuten arbeiten möchte. Modern-UI-Apps aber sind nach wie vor Mangelware. Einige Klassiker wie Kindle, iLiga, Twitter oder Facebook sind zwar vertreten, die Unterstützung für die unterschiedlichen Google-Dienste beispielsweise ist dagegen kaum vorhanden, lediglich E-Mail und Kontakte funktionieren so einigermaßen, letztere dann ohne Kontakt-Bilder. Google+, Keep, Youtube oder Picasa? Fehlanzeige. Die Schuld dafür ist zwar nicht (nur) bei Microsoft zu suchen, aber das ist für den Anwender unbedeutend.

Und so bleibt am Ende ein System, das viele gute Ideen umsetzt, für mich am Ende aber dennoch fast wertlos ist. Es bleibt durchaus spannend, ob sich das Software-Angebot in naher Zukunft verbessert – oder ob vielleicht das Modern UI langfristig wieder in der Bedeutungslosigkeit verschwindet.